Begegnungen in Vietnam I

„Was war der größte Kulturschock, den du in Vietnam erlebt hast?“ – „Die Menschen“.

Für ein (wenn auch mittlerweile ein wenig erwachsenes) Großstadtkind, noch dazu schüchtern, ist es im ersten Moment nicht einfach in einem vietnamesischen Dorf. Nicht einfach – stark untertrieben, die Gegensätze könnten größer kaum sein. Großstadt, Anonymität, Untergehen in der Menge, kaum Kommunikation. Da habe ich mich dran gewöhnt. Ach ja, und an die miese-Laune-Gesichtsausdrücke. Und in Vietnam? Da winkt jemand auf der anderen Straßenseite! Und lacht dich an! Spricht dich an! Freut sich dich zu sehen und kommt zu dir! „Kennen wir uns?“ Noch nicht, möchte das Lächeln sagen, spielt das eine Rolle? Spielt es nicht, das wurde mir von Begegnung zu Begegnung mehr und mehr klar. Es ist faszinierend zu sehen, wie man durch seine bloße Anwesenheit und der Bereitschaft, dem Gegenüber ein paar Minuten seiner Zeit zu schenken, ihr oder ihm eine Freude bereiten kann und sie oder ihn ein Stück glücklicher macht. Und dieses Glücksgefühl zurückbekommt. Braucht es wirklich so wenig? Ja.

Ich verbinde mit jedem Portrait, das ich in Vietnam gemacht habe, eine kleine Geschichte. Ein paar dieser Geschichten möchte ich gerne in den nächsten Tagen und Wochen hier mit euch teilen. Den Beginn machen heute einem Portrait aus Hanoi.
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Analoges Zeitalter

Ich habe von meinem Vater eine analoge Camera vermacht bekommen. Es ist eine EXA 500 (Kleinbild) mit einem 50mm-Objektiv dran. Ich, keine Ahnung von analogem Tuten und Blasen, habe das Gerät gleich mal mit einem Film ausgestattet und bin losgezogen. Ich sag euch, das ist mal ganz was anderes! Da die Cam keinen Belichtungsmesser hat, habe ich mir mit einer Belichtungsmesser-App für mein iPhone beholfen, was erstaunlich gut klappte. Auch die Schärfe muss man manuell einstellen, was für Entschleunigung pur sorgt. Der Look der Bilder ist so analog und nostalgisch wie ich es erhofft hatte. Ich glaube, mit dem Baby werde ich zukünftig häufiger unterwegs sein…

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Nordseeurlaub Teil IV

Der vierte Tag war der ungemütlichste. So richtiges Sommerwetter wollte schon die ganze Zeit nicht aufkommen, was nicht weiter tragisch war, weil nicht erwartet. Aber heute war es vergleichsweise kühl, ausserdem regnete es deutlich mehr und unpassender als die letzten Tage. Aber statt in der Bude zu versauern und uns den Urlaub vom Wetter verderben zu lassen, zogen wir los, um uns Tönning anzuschauen. Natürlich gingen wir wieder nicht ziellos durch die Stadt, sondern verbanden den Besuch mit einigen Geocache-Suchen (meine bessere Hälfte) bzw. Fotoaufnahmen (ich). Tönning ist richtig urig und typisch norddeutsch, wirkte ein wenig wie der kleine Bruder von Husum. Der gleiche Charme durch die vielen kleinen Häuser, dem Hafen und der Nähe zur Nordsee, aber auch viele Bausünden aus den (geschätzt) 70ern. Auf jeden Fall aber ein Ort, den man bei Gelegenheit mal wieder besuchen kann.
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