Haukes Abenteuer Vietnam – Vortreffen

„Der vor uns befindliche Streckenabschnitt ist noch durch einen Zug belegt… Weichenstörung in Lüneburg… prognostiziert 15 Minuten Verspätung“. 

Dieser Zug hält mich also 15 Minuten länger in sich gefangen. Es ist mir aber in diesem Moment egal, denn gedanklich bin ich noch bei Steffen, Aurel, den Anderen und den letzten zwei Tagen im Heidestudio beim Vorbereitungstreffen auf das für mich bis dato wohl größte Abenteuer, mein Abenteuer Vietnam. Zwei Wochen werde ich eine andere Kultur kennenlernen, auf Menschen treffen, die einen anderen Lebensstandard und ein anderes Lebensverständnis haben und mit Leuten reisen, die die Fotografie ebenso lieben wie ich. Dabei werden wir nicht nur Bilder zu einem individuellen Thema sammeln sondern auch an uns, unserer Denkstruktur, unseren Zielen, unseren Mindsets, kurz unserer Persönlichkeit arbeiten. Was sich nicht nach All-inclusive-Wellnessurlaub anhört, ist es auch nicht. 

Doch vor diesem großen Abenteuer steht erst einmal die Vorbereitung. Was darf man, was darf man nicht, wo sind die Fettnäpfchen, wie sieht der Tagesablauf aus, wo schlafen wir und das wichtigste: mit wem reise ich eigentlich? Speziell die letzte Frage ist keine unwichtige, werden wir doch in Vietnam mehr als einmal unsere Komfotzone verlassen, werden Tränen weinen, fallen, aufgefangen werden und auffangen. Vertrauend auf Steffens Menschenkenntnis beim Zusammenstellen der Gruppen war ich ungesehen davon überzeugt, dass die Menschen, auf die ich Freitagabend im Heidestudio treffen würde und die mich zwei Wochen in Vietnam begleiten sollten, in der Nähe meiner Wellenlänge angesiedelt sind. Meine Erwartung wurde nicht enttäuscht. Wir lachten viel, verstanden uns blendend, hatten unheimlich viel Spaß, blödelten rum und führten spannende Gespräche. Kannten wir uns wirklich erst seit wenigen Stunden?!

Nun sitze ich im Zug zurück nach Heidelberg. Aus den 15 Minuten sind mittlerweile 45 Minuten geworden. Es ist mir immer noch egal. Die Gedanken schwirren in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit umher. Die Vorfreude auf die Zeit und meine Reisegruppe wechselt sich ab mit dem Respekt vor der fotografischen Aufgabe, die mich erwartet, und was es mit mir machen wird. „Eine Art Wendekreis für Leute schaffen, um sich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich wichtig sind“, das ist das Ziel, das Steffen mit dieser Workshopreise verfolgt. Und ich merke schon nach zwei Tagen und noch in den heimischen Breitengraden, dass mein Lenkrad schon freier ist als noch am Freitag und die Räder langsam einschlagen. Wie viel Grad es wohl werden und welcher Ballast auf meiner Ladefläche während des Wendemanövers wohl runterfällt und auf der Strecke bleibt?! 

Erkenntnis des Wochenendes: Lachyoga – ich habe mich noch nie so blöd gefühlt und es war mir noch nie so egal. 

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