Eigentlich ist es doch nur ein Bild…

JaKaDuWo

 

Das Bild, das ihr hier seht, wurde vor ein paar Wochen beim internationalen deutschen Turnfest in der Rhein-Neckar Region bei einem Tanz- und Turnwettbewerb von mir geschossen. Es zeigt die Tanzgruppe der Mutter meiner Freundin nach einem sehr erfolgreichen Auftritt (das wussten sie aber zu dem Zeitpunkt noch nicht). Warum erzähl ich euch das? Wenn man es mal nüchtern betrachtet, ist das Bild nicht überragend (ich rede von dem Bild, nicht von den dargestellten Damen!), aber auch nicht grottenschlecht. Sowas wie solide Handwerkskunst mit Luft nach oben, würde man wohl sagen. Und trotz der mittleren Qualität habe ich zu dem Bild schon das ein oder andere Lob bekommen und es wurde gleich dreimal in einer Vereinszeitschrift abgedruckt, einmal davon sogar auf der Titelseite (ok, wahrscheinlich mangels weiterem Bildmaterials von dem Event). Beides, das Lob und das Abdrucken, versetzen mich (zum Glück) nicht in den Irrglauben, ich wäre jetzt ein toller Fotograf und meine Bilder wären (am besten noch ohne große Mühe) jedes Mal ein Hingucker. Aber sie öffnen meine Augen für etwas, was ich bisher offensichtlich unterschätzt habe: Die Wirkung von Fotos, wenn Emotionen damit verknüpft sind. Und da hört Fotografie auf, nur nett zu sein, und fängt an, zu rocken! Kurz nach’m Tanzauftritt die Damen zusammengestellt, bitte kurz lächeln, danke schön, zu Hause das Bild entwickelt, verschickt, zack, sieben Frauen glücklich gemacht, auf einen Schlag! Ohne Vorspiel, Pralinen, Romantik, einfach nur Linse hinhalten, Auslöser drücken, fertig!
Andere Location, gleicher Effekt: Ich traf mich mit Eva und einer Freundin von ihr. Die Freundin wollte ihrem Zukünftigen zur anstehenden Hochzeit schöne Bilder von sich schenken. Tage nach dem Shooting, als die Freundin die Bilder zu sehen bekam, verdrückte sie vor Freude über die Bilder eine Träne (so wurde mir berichtet). Nochmal zum Mitschreiben: Ich treibe Frauen die Tränen in die Augen nur durch das Fotografieren! Auch hier wieder: Ich halte mich deswegen nicht für den Tollsten auf Erden, aber dieser Effekt ist der Hammer! Und ich sage euch, ich genieße dieses Gefühl! Und um den Bogen zurück zur Überschrift dieses Artikels zu spannen: Es ist eben doch nicht nur ein Bild. Nicht, wenn Emotionen dahinterstecken!

Mit diesen Gedanken lege ich mich jetzt schlafen und freue mich auf den morgigen Tag, an dem ich meine erste Hochzeit fotografieren werde.

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2 Responses to Eigentlich ist es doch nur ein Bild…

  1. Kritisieren kann jeder – – aber die positiven Seiten an dieser Arbeit herausarbeiten, das ist es !
    Künstlerisch wertvoll (!) weil die Harmonie gesehen wurde und dokumentiert ist -> mit der Aufnahme von HINTERGRUND zu der DAME IN WEIß in der Mitte des Bildes ( Geli ). Auch der individuelle Gesichtsausdruck und Körperhaltung jedes Einzelnen macht die Aufnahme lebendig. Der Schalk sitzt den abgelichteten Damen im Ausdruck/Nacken. Das hat doch was !

    Wie Du schon bemerktest in Deiner Kommentierung: das GEFÜHL DES BETRACHTERS soll geweckt werden durch die Art der Aufnahme und beim Betrachter Emotionen freisetzen. Das faszinierende an einem Bild ist nicht nur die reine Dokumentation, sondern die Gefühlswelt, die es beim Betrachter auslöst. Darin liegt der eigentliche künstlerische Wert der Aufnahme und die Fähigkeit, die den Macher als großen Künstler ausweist.

    Grüßchens und viele Grübchens,
    Bernd

  2. . . . Außerdem: die abgelichteten Damen nehmen Kontakt auf zum Betrachter durch ihren Gesichtsausdruck. Hier nur ein irrer Vergleich zu sprechenden Bildern bei HARRY POTTER . Was dort in den Bereich der reinen Phantasie hineingelagert ist, hat was Besonderes -> das plastische Sehen des darstellenden UND damit eine Information vermittelnden Künstlers.

    Nun ja, Du siehst, Du bist auf dem besten Wege . . .
    Gute Arbeit wird sich durchsetzen.
    Falls Du noch ein paar Belegexemplare brauchst für spätere Präsentationen, sag kurzfristig Bescheid. Noch kann ich welche besorgen . .
    Bernd

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