Begegnungen in Vietnam II

Am ersten Tag zogen Aurel und ich los, um Hanoi zu erkunden. Ich war schnell erschlagen von dem dichten und scheinbar chaotischen Straßenverkehr, in dem es keine Regeln zu geben schien und wenn, dann wurden sie eher als Richtlinien oder Empfehlungen interpretiert denn als Gesetze.
Unser Weg führte uns zur Cau Long Bien Brücke, die über den Roten Fluss und Bananenplantagen führte. Von der Brücke aus sahen wir zwei leere Felder, auf denen Bauern ihrer Arbeit nachkamen. „Das wäre doch cool, wenn wir da runtergingen und die Landwirte um ein Bild bitten würden“ – „Ja, das wäre auf jeden Fall super. Aber dann müssten wir da erst eine Treppe runter finden, den Weg durch die Plantage suchen und das alles ohne gescheites Schuhwerk.“ – „Hast Recht, ist Mist… Aber geil wäre es…“ – „Ach komm, wir machen es einfach!“. 
Laut stampfend (gegen die Schlangen) wanderten wir durch die Plantage, als Orientierung diente uns die Brücke über uns. Schockiert von der Menge an Müll, die überall rumlag, fanden wir bald die Felder, überlegten kurz, wie wir vorgehen sollten, teilten uns auf und gingen auf die Landwirte zu. Ich versuchte herauszufinden, was sie gerade machen uns was hier angebaut werden sollte. Das Gespräch verlief aber eher schleppend, so dass ich schon bald mein Ziel, die Kommunikation und das Bild, infrage stellte. Kurzerhand nahm ich meine Camera hoch und fragte ihn einfach und direkt, ob ich ein Bild von ihm machen dürfte. Er grinste, verneint aber. Ich setzte meinen Dackelblick ein, der aber in Vietnam nicht sehr effektiv war (hab da auch nie nen Dackel gesehen, kennen die Vietnamesen vielleicht gar nicht). Er deutete mir, dass er zu dreckig für ein Bild sei. Ich versicherte ihm hoch und heilig, dass es kein Problem sei und sogar gut aussähe. Nach kurzem Hin und Her machte ich mein Bild und war ein wenig stolz.

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